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Wie nähe ich eine Decke? Was ist ein Quilt?

Hier findest du allgemeine Informationen, was alles zu einem Quilt und/oder einer Patchworkdecke dazugehört

 

Du möchtest endlich auch mal eine schöne Decke selber nähen und hast dich noch nicht so richtig getraut? Super! Hier findest du alles, was du brauchst, um schnell Erfolg zu haben. Die Zeiten wo man für eine Patchworkdecke Jahre gebraucht hat, sind definitiv vorbei. Wenn du auch, wie ich, zu denen gehörst, die schnelle Erfolge haben möchten und Projekte lieben, die nach viel Arbeit aussehen, aber wenig Arbeit machen; bist du hier genau richtig.

 

 

 

Was brauchst du für eine schöne Patchworkdecke?

Ein Quilt oder eine Patchworkdecke besteht traditionell aus 3 Schichten und der Einfassung:

1.       Ein Top (Oberseite)

2.       Die Füllung / Wattierung (Batting)

3.       Die Rückseite (Quiltback oder Backing)

4.       Das Zusammensetzen

5.       Das Quilten

6.       Die Einfassung (Binding)

 

 

1. Das Top (Oberseite)

Die Oberseite (das Top) wird normalerweise mit mehr oder weniger aufwendigen Patchworkarbeiten hergestellt. Dafür eignen sich, besonders für Anfänger, die sogenannten Precuts. Dadurch, dass man wenig bzw. gar nicht messen muss, weil alle Stoffteile schon zugeschnitten sind, kann man schnell mit dem Nähen beginnen. (Unter dem Link Precuts findest du weitere Hinweise und Tipps zu diesen wunderbaren Stoffleckereien!) Das Top wird meistens aus verschiedenen Blocks zusammengesetzt. Jeder einzelne Block wird erst fertig genäht und dann alle Blöcke zu einem Top vereint.

Die Nähte treffen doch mal nicht perfekt aufeinander? Ärgere dich nicht! Es ist ok, denn beim späteren Quilten fallen kleine „Fehler“ nicht auf! Wenn du aber beim Block nähen darauf achtest, dass die Abstände immer gleich sind (ich nehme grundsätzlich immer eine Nahtzugabe, die nähfüßchenbreit ist), wird dein Top auch ein voller Erfolg.

 

2. Die Füllung / Wattierung (Batting):

Es gibt viele verschiedene Füllungen für einen Quilt  bzw. Patchworkdecke. Je nachdem, was man haben möchte. Klassisch ist Baumwolle. Sie ist temperaturausgleichend ein natürlicher Rohstoff und biologisch abbaubar. Von der Struktur her etwas dicker und fester, als z. B. Bambus. Außerdem gibt es bei uns noch 100% Bambus. Dieser ist so verarbeitet, dass er wunderbar weich und leichter als Baumwolle ist. Außerdem gibt er Feuchtigkeit sofort wieder ab und saugt es nicht ein. Die natürliche antibakterielle Wirkung macht Bambus zur perfekten Füllung für eine Decke oder z.B. Mug Rugs.

Vorwaschen oder nicht?

Alle bei uns erhältlichen Füllungen schrumpfen beim erstmaligen Waschen um ca. 3%. Nun sollte man sich überlegen, ob man die Füllung vorwäscht oder nicht. Wenn man die Füllung nicht vorwäscht hat das den Effekt, dass die Decke oder dein gequiltetes Projekt handgenäht aussieht, was auch sehr schön ist. Wenn du das nicht so magst, empfehle ich dir die Füllung wie folgt vorzuwaschen:

1.       Per Hand ca. 15 Minuten  in warmen Wasser einweichen

2.       In ein trockenes Handtuch rollen und vorsichtig ausdrücken

3.       Flach trockenen oder im Trockner im kühlen (so wenig Wärme wie möglich) Schonprogramm trocknen

 

3. Die Rückseite (Quiltback oder Backing):     

Bei der Rückseite nimmt man meistens einen einzelnen Stoff. Natürlich kann man auch dort noch ein ganz individuelles Top machen, wenn man will. Für die Rückseite von größeren Decken werden gerne sogenannte Backings genommen. Das sind überbreite Stoffe, sodass man auch bei größeren Decken hinten keine Naht hat. Aber auch mit Naht sieht eine Decke gut aus, wenn man gut und das passende Muster quiltet.

 

4. Das Zusammensetzen:

Wie bekommt man nun alle 3 Lagen zusammen? Hier kommt es ein wenig auf die Größe des Projektes an und was einem besser liegt. Ich persönlich verwende sehr gerne den Textilsprühkleber statt unendlich viele Nadeln zu stecken. Bei den Mug Rugs kann man auf dem Tisch erst die Unterseite legen und glattstreichen. Dann die Füllung auf der einen Seite mit wenig Sprühkleber einsprühen und mittig auf die linke Seite des Rückseitenstoffes legen und glattstreichen. Dann das Top mit der linken Seite auf die andere eingesprühte Seite legen und glatt streichen. Nun sollten keine Wellen oder Falten zu sehen sein.

Bei einer Decke legt man am besten die Füllung glattgestrichen auf die Erde. Dann legt man den Rückseitenstoff auf die Füllung und streicht diesen ganz glatt. Nun rollt man den Rückseitenstoff vorsichtig auf und sprüht nach und nach die Füllung mit Kleber ein und rollt die Rückseite darüber und streicht immer wieder alles glatt. Mit dem Top verfährt man genauso.

Man kann auch seinen Quilt mit Sicherheitsnadeln feststecken oder kleine Fäden durchziehen und knoten, aber ich persönlich mag die Variante mit dem Sprühklebers am liebsten. Man kann, wenn der Kleber noch nicht trocken ist auch die Stoffe wieder von der Füllung lösen und neu platzieren. Außerdem wäscht sich der Kleber raus und er verklebt auch nicht die Nadeln beim quilten, wenn er durchgetrocknet ist.

 

5. Das Quilten:

Quilten bezeichnet das Zusammennähen der 3 Stofflagen.  Dabei gibt es ganz unterschiedliche Muster und Möglichkeiten. Je nachdem, was für einen Effekt man wünscht, kann man z.B. in den Nähten, wo man die Blöcke zusammengenäht hat, quilten.  

Das Quilten ist auch eine persönliche Sache. Je nach Vorliebe oder Überzeugung kann man mit der Hand quilten oder mit der Nähmaschine. Da es mir mit der Hand zu lange dauert, quilte ich persönlich mit der Nähmaschine. Ich habe auch ein paar schöne Zierstiche, die man gut verwenden kann, aber auch eine mit Geradstichen gequiltete Decke hat das gewisse Etwas. Also das ist ganz Geschmackssache und Übung. Das freie Quilten kann man am besten mit kleineren Projekten machen, wie die Mug Rugs oder einer Babydecke. Man verwendet dabei bei der Nähmaschine den Stopffuß, versenkt den Untertransporteur und löst ein wenig die Fadenspannung. Dann geht es mit einem Gradstich los und man bewegt langsam den Quilt unter der Nadel lang. Es braucht etwas Übung, aber es geht. Ein Tipp: wenn man die Nähmaschine so einstellen kann, dass die Nadel unten bleibt, wenn man aufhört zu nähen, sollte man diese Funktion auf alle Fälle verwenden. So bleibt die Decke an der richtigen Stelle und es verrutscht nichts. Bei größeren Projekten ist es, besonders als Anfänger, sinnvoll gerade Linien zu quilten. Zum Beispiel in der Naht des Musters oder parallel dazu. Auch das ist ganz Geschmackssache.

Ein wichtiger Punkt ist bei größeren Projekten, wie Decken, musst du immer von der Mitte des Projekts zum Rand hin quilten, damit keine unschönen Wellen geformt werden beim Nähen.

 

Warum eigentlich Quilten?

Quilten ist notwendig, damit nicht das Top und die Füllung gegeneinander verrutschen. Die Füllung kann dann während des Waschens verrutschen oder verklumpen.

 

6. Die Einfassung (Binding):

 Falls du den Rückseitenstoff auch als Einfassung nimmst (siehe Einfassung Variante 1) , schneidest du nun die Rückseite so zurecht, dass dieser an allen Seiten 6 cm größer ist, als Wattierung und Top. Nimm dazu ein Lineal und einen Markierungsstift, damit du genau arbeiten kannst.

Falls du eine extra Einfassung annähen möchtest (siehe Einfassung Variante 2), wird der Rückseitenstoff genau an die Größe  des Tops und der Wattierung angepasst.

Variante 1 (Rückseiten-Stoff als Einfassung):      

Falte die Stoffseite bis an die Kante der Wattierung und bügel einmal entlang, damit dir das Nähen leichter fällt. Falte nun alles auf das Top und nähe knappkantig die Einfassung auf das Top. Dabei kannst du einen einfachen Gradstich verwenden oder einen Zickzack-Stich oder einen Zierstich. Achte bei den Ecken darauf, dass die falten richtig liegen.

 

 

Variante 2 (Einfassung selber machen):

Lege 2 Jelly Roll-Streifen (oder 2 Stoff-Streifen mit der gleichen Breite von ca. 6,5 cm oder ein Stückchen breiter) mit den schönen Seiten, im rechten Winkel aufeinander. Lass beide Enden ein Stückchen überstehen und nähe von der inneren Ecke zur Außenecke. Nähe auf diese Art so viele Stoff-Streifen zusammen, bis du die passende Länge für deine decke hast. Achte darauf, dass die Enden ein Stückchen länger sind, damit du sie noch zusammennähen kannst.

Dann falte den Streifen der Länge nach und bügel sie um, damit die schöne Seite außen liegt. Nun fängst du in der Mitte des Deckenrandes auf der Rückseite der Decke mit dem Annähen an. An den Ecken faltest du den Stoffstreifen hoch und drehst ihn um die Ecke und faltest ihn ganz glatt. Dann setzt du deine Naht an der nächsten Seite fort. Am Ende angelangt, lass noch ca. 20 cm Platz. Falte die Enden der Stoffstreifen wieder auseinander und falte sie wieder im rechten Winkel und nähe von der inneren Ecke zur Außenecke eine Naht. Falte dabei die Decke an dem Stück ein wenig zusammen und fixiere sie mit WonderClips, damit das Nähen einfacher ist. Schneide die überstehenden enden ab und falte das Stück glatt an die Decke ran und nähe das letzte Stück an. Falte nun den Rand auf das Top und nähe knapp an der Kante mit einem Grad- oder Zickzack-Stich einmal rundherum!

 

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